Die Sache mit dem Haken
Mal werden Kübel für die Frühjahrsbepflanzung zum heimischen Garten transportiert, mal neues Brennholz für den Kamin geholt, mit dem passenden Anhänger und einer Anhängerkupplung ist das kein Problem. „Grundsätzlich lässt sich beinahe jeder Personenwagen entsprechend ausrüsten“, schildert Alexander Bausch von TÜV SÜD seine Erfahrungen – aber eben nur beinahe.
E-Autos und Hybridfahrzeuge bilden meist die Ausnahme. „Um nicht zusätzliche Belastungen auf die Antriebe zu bringen und mit Blick auf die Reichweite, geben manche Hersteller ihre E- und Hybridfahrzeuge nicht für den Anbau von Anhängevorrichtungen frei“, erläutert Bausch den technischen Hintergrund. Wer eine Kupplung nicht bereits beim Neuwagenkauf ordert, kann sie nachrüsten lassen. Allerdings gibt es einige Punkte zu beachten. Grundsätzlich sollte man zuvor klären, „darf ich mit meinem Führerschein den jeweiligen Anhänger überhaupt fahren und ist mein Fahrzeug für dieses Anhängegewicht geeignet“, erinnert der Fachmann.
Bei einer nachträglichen Montage muss üblicherweise der Heckstoßfänger abgebaut werden. „Dann wird ein Stahlbügel mittig an der Bodengruppe befestigt“, schildert Bausch die Montagearbeit. Zusätzlich muss zumeist ein Kabelstrang in den Innen- oder Kofferraum gezogen werden, um den sieben- oder 13-poligen Stromstecker mit dem Bordnetz zu verbinden, wenn es nicht bereits eine werkseitige Anhängekupplung-Vorbereitung gibt. Aufgrund der immer komplexeren Fahrzeugelektronik und Assistenzsysteme empfiehlt sich der Gang zu einer autorisierten Werkstatt. So können Fehlfunktionen vermieden werden.
Wer nur gelegentlich mit Anhänger unterwegs ist und die Optik seines Fahrzeugs erhalten will, kann sich für die Version mit einer abnehmbaren Kugelstange entscheiden. „Braucht man den Hänger nicht, sollte man die Kugelstange demontieren“, empfiehlt der TÜV SÜD-Fachmann, „denn dann ist sie nicht der Witterung ausgesetzt. Außerdem kann es bei einem Auffahrunfall sein, dass einem eine Mitschuld am entstandenen Schaden des gegnerische Fahrzeugs zugesprochen wird, weil sich das Schadenspotenzial durch die Kupplung erhöht hat.“ Ein Verschlussstopfen im Aufnahmerohr verhindert zudem, dass sich darin Dreck ablagert.
Nach einem Auffahrunfall sollte man seine Anhängerkupplung in einer Fachwerkstatt prüfen lassen, hält der TÜV SÜD-Fachmann einen weiteren Ratschlag bereit: „Selbst, wenn die Anhängerkupplung augenscheinlich nichts abbekommen hat und durchaus unversehrt ausschaut, so können bei einem Aufprall von hinten Haarrisse die Folge sein.” Und auch zweckentfremden sollte man die Kupplung tunlichst nicht: „Für eine Bergung von anderen Fahrzeugen oder etwa das Herausziehen von Baumwurzeln sind sie nicht ausgelegt.”